WILLKOMMEN AUF DER SEITE VON HEINER HITZ

Zu meiner Person

Foto: Matthias Käser

Foto: Matthias Käser

Einladung zum Lächeln

Erzählen tun wir alle. Nicht unbedingt Märchen, aber Geschichten aus unserem Alltag. Heiner Hitz hingegen ist den Märchen zeitlebenstreu geblieben und pflegt die Kunst des Erzählens in ihrer reinsten Form. Seine liebsten, aber auch gnadenlosesten Zuhörer sind Kinder und Jugendliche.

Heiner Hitz lebt heute in Thun, Er ist Vater von 3 Söhnen, 1989, 1991 und 2014, hat eine Ausbildung zum Kindergärtner gemacht und sich schon früh mit Theater und Musik beschäftigt. Heute ist er selbstständig, macht Stellvertretungen in Kleinklassen der Oberstufe in Basel und erzählt natürlich Geschichten: an Schulen, in Bibliotheken, an Anlässen oder – warum nicht – im Tram.

Kennen Sie Wilhelm Tell?

Wenn der 54-Jährige über seine Erlebnisse beim Erzählen spricht, hat man das Gefühl, dass er noch immer über die Macht der Märchen staunt. «Da können Jugendliche, die ‹mitten im Saft› sind, eine Stunde lang mucksmäuschenstill einfach nur zuhören. Man würde eine Nadel fallen hören», sagt er. Wie lebendig seine Geschichten ankommen, zeigt das Beispiel des ausländischen Jugendlichen, der ihn – nachdem er die Geschichte Wilhelm Tells zum Besten gegeben hatte – später fragte, ob er den Schweizer Nationalhelden und dessen Sohn kenne. «Man muss die Zuhörer persönlich ansprechen, ihnen das Gefühl vermitteln, man sei dabei gewesen, sie mitnehmen in die Abenteuer der Figuren.» Oder das kleine Mädchen, das den Raum verlassen wollte, als ihr das Märchen zu gruselig wurde: Heiner Hitz bat es, sich an seine Seite zu setzen und das Ende der Geschichte abzuwarten. «Sie ist geblieben und hat gelernt, negative Gefühle bis zum – natürlich glücklichen – Ende auszuhalten.»

In einer Zeit der visuellen Überflutung fristet die Kunst des Erzählens ein Aschenputtel-Dasein. Aus diesem Grund braucht Heiner Hitz weder Requisiten noch ein Bühnenbild und Bewegungen setzt er nur spärlich ein. «Bei mir gibt es nichts anzuschauen. Ich setze gezielt Pausen ein, damit die Fantasie Raum und Zeit zur Entfaltung hat», so Heiner Hitz.

Jedes Wort weckt sowohl beim Erzähler als auch bei den Zuhörern ein anderes Bild. Wer einer Geschichte lauscht, konsumiert zwar, muss aber selber aktiv werden und eine Welt in sich entstehen lassen. «Das ist eine lustvolle Erfahrung », sagt Heiner Hitz.

Freude an der Sprache wecken

Eine Märchenstunde, die zum gemeinsamen und trotzdem individuellen Erlebnis wird, regt zum Zeichnen, Spielen, selber Erzählen an. «Fremdsprachige, kleine Kinder hören ebenso gebannt zu, auch wenn sie vieles nicht verstehen», erzählt Heiner Hitz. Er ist überzeugt, dass eine spannende Geschichte motiviert, sich sowohl mit der Sprache auseinanderzusetzen als auch mit dem, was man daraus machen kann. Zudem weckt sie vielleicht die Freude am Lesen …

Was macht Heiner Hitz, damit seine Märchen so gut ankommen?

Das fängt schon bei der Vorbereitung an. Wenn er eine Geschichte aussucht, macht er daraus Kopfkino. «Beim Erzählen lasse ich dann den Film einfach laufen», sagt er. Vom Auswendiglernen hält er aus verschiedenen Gründen nichts. «Wer in einem auswendig gelernten Text stecken bleibt, ist verloren. Das Spruchband ist gerissen», sagt er. Einen Film hingegen könne man vor- und zurückspulen, da oder dort länger verweilen, heranzoomen oder Stellen überspringen. Mit dieser Methode bleibt Heiner Hitz flexibel und kann gezielter auf sein Publikum eingehen. «Kinder lachen über andere Sachen als Jugendliche oder Erwachsene,  sie haben eine andere Sprache, der ich mich anpassen will», sagt Heiner Hitz. Darum will er seine Zuhörer spüren, «durchlässig werden», bevor er mit ihnen in die Märchenwelt abtaucht. Ob ihm das gelungen ist – das vermitteln ihm die Kinder. «Erwachsene sind anständig und tun so, als ob sie zuhören würden, auch wenn sie mit ihren Gedanken längst woanders sind. Kinder hingegen schenken einem nichts. Oder eben alles.»

Christine Amrhein Loosli in Bildung Schweiz, Juli/August 2012

Zitat Dalai Lama

Märchenerzähler Heiner Hitz

Mitglied von ASSITEJ Schweiz – Interationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche

KTV ATP – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz

LiederLobby – Verein von und für Liedermachende

Wie ich zur Atemtherapie gekommen bin

Zur Atemtherapie kam ich übers Erzählen. Im Nebenhaus wurde eine Atemtherapiepraxis eröffnet und aus Neugier und weil ich dachte, fürs Erzählen könnte das gut sein, hab ich da die ersten Stunden gebucht. Es war die Atemtherapiepraxis von Irmgard Haupt in Riehen und aus den ersten Stunden wurden es ca. 7 Jahre. Die Arbeit und Wirkung von Irmgard Haupts Arbeit hatte mich so beeindruckt, dass der Wunsch wuchs, diese Arbeit näher kennenzulernen. So empfahl sie mir das Atemhaus in München, wo ich die dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung nach Herta Richter besuchte und abschloss.

Es war eine sehr gute Entscheidung, diese Ausbildung zu absolvieren. Nicht nur mein Erzählen hat sich verändert, auch meine innere Ruhe, mein inneres Gleichgewicht und meine Gesundheit haben sich verändert oder vertieft. Gerne gebe ich diese Erfahrung weiter.